Integrative Zahnheilkunde

Wurzelkanalbehandlung

Wurzelbehandlung

Von Johann Lechner

Zahnärzte haben gelernt, abgestorbene Zähnen durch Wurzelfüllungen als mechanische Kauwerkzeuge zu erhalten. Verschiedenste endodontische Verfahren (= Wurzelkanal-Behandlungen) wurden entwickelt, um Millionen von entzündeten, absterbenden und toten Zähnen zu retten. Es gibt aber genügend Hinweise aus der Medizingeschichte und neue Erkenntnisse aus der modernen Zahnheilkunde, die ein Überdenken notwendig machen:

Sind wurzelbehandelte und tote Zähne wirklich harmlos?

Die Position der Wurzelkanal-Befürworter:

  • Wurzelkanal-Behandlungen sind sicher, sofern sie erfolgreich waren
  • Das Röntgenbild gibt über den Erfolg genaue Auskunft
  • Seit dem Aufkommen der Antibiotika spielt die Lehre der Fokal-Infektion (= Fernwirkungen) keine Rolle mehr
  • Mit modernen Behandlungsmethoden sind Fernwirkungen wurzelbehandelter Zähne auszuschließen.

Die Position der Wurzelkanal-Kritiker:

  • Wurzelkanal-Behandlungen können Ursache vielfältiger System- und Organ-Erkrankungen sein.
  • Das Röntgenbild reicht zur Beurteilung dieser Systemwirkungen nicht aus .
  • Bakterien können in endodontisch behandelten Zähnen überleben.
  • Von wurzelgefüllten Zähnen können Giftwirkungen ausgehen.

Ist die 100 Jahre alte Theorie der Fokal-Infektion überholt?

Die Theorie der Fokal-Infektion (= Streuung von Bakterien) spielte von 1900 bis 1937 eine dominierende Rolle in der Medizin und führte dazu, dass wurzelgefüllte/tote Zähne kompromisslos extrahiert wurden. Im Verlauf der folgenden Jahrzehnte verbesserte sich die endodontische Therapie und innerhalb der Zahnärzteschaft entwickelte sich eine völlig kritiklose Haltung zur Fokalinfektion. Jedoch der neueste Fortschritt in der mikrobiologischen Identifizierung und die Möglichkeit Bakterien zurück zu ihrem Ursprung im Kieferbereich zu verfolgen, haben zu einem wiedererwachten Interesse und einer kritischen Haltung über Bakterien-Streuung und ihre systemischen Risiken geführt (Debelian et al.).

Frage:

  • Gibt es systemische Erkrankungen, verursacht durch Mundbakterien?
  • Gibt es in der modernen wissenschaftlichen Literatur Untersuchungen zu diesem Thema?

1. Systemerkankungen verursacht durch orale Mikroorganismen

Debelian et al. (1994). Systemic diseases caused by oral microorganisms. Endod. Dent. Traumatol. 10:57-65.

2. Systemerkankungen verursacht durch Mundbakterien

Systemic Diseases Caused by Oral Infection
Xiaojing Li,1,* Kristin M. Kolltveit,1 Leif Tronstad,2 and Ingar Olsen1
Department of Oral Biology1 and Department of Endodontics,2 Faculty of Dentistry, University of Oslo, Oslo, Norway

3. Streuung im Blut durch Anaerobier und Pilze

Debelian et al. (1998). Anaerobic bacteremia and fungemia in patients undergoing endodontic therapy: an overview. Ann. Periodontol. 3:281-287)

Sie können die Zusammenfassungen hier Herunterladen (PDF-Dokument)

Bakterien in den Dentinkanälchen von wurzelgefüllten Zähnen

Wurzelbehandlung

1. In den Dentintubuli existiert durch die Odontoblasten eine physiologische Barriere gegen eine bakterielle Invasion des vitalen Zahnes.

2. Jedoch im toten Zahn ist diese Rolle der Odontoblasten als physiologische Barriere gegen eine bakterielle Invasion verschwunden, da die Odontoblasten degenerieren und dabei den Bakterien erlauben mit Leichtigkeit in die Tubuli einzudringen.

3. Genügt die chemische Desinfektion?
Moritz et al. (1997). Lasers Surg Med. 21:221-226.

Zusammenfassung:
Eine Sterilität des Wurzelkanals kann nicht erreicht werden, weil Mikroorganismen in den lateralen Kanälchen und Dentintubuli weder durch Instrumente noch durch Desinfektionsspülllösungen entfernt werden können.

4. Anaerobier dringen obligat in die tiefen Schichten des Wurzelkanaldentin ein.
Ando N. and Hoshino E. (1990). International Endodontics Journal 23:20-27.

Zusammenfassung:
In den tieferen Schichten von infizierten Wurzelkanälen wurden Bakterien ungefähr 0,5 bis 2 mm jenseits der Wurzelkanal-Dentingrenze entdeckt. Wenn jedoch Bakterien in den tieferen Schichten des Wurzeldentins verbleiben ist es möglich, dass diese in die periapikale Region hinauswandern und dort Komplikationen verursachen. .

Zusammenfassung:
236 Fälle endodontischer Fehlbehandlungen wurden klinisch analysiert. Die histobakteriologische Untersuchung der Biopsie-Proben enthüllten, dass Bakterienbesiedlung in 157 (= 67 %) der Fälle vorhanden war. Diese Untersuchung liefert den Beweis, dass der Hauptfaktor für endodontische Fehlschläge die Anwesenheit und Fortdauer bakterieller Infektionen im Wurzelkanal oder im periradikulären Gewebe ist.

Zeigt das Röntgenbild was wirklich vorgeht?

Zusammenfassung: Die Ergebnisse dieser Studie erhärten, dass wenigsten die Hälfte der Proben eine chronische periapikale Entzündung aufwies, wovon einige der Entzündungen in dem periapikalen Gewebsbereich erst 30 Monate später entdeckt wurden. Unsere Untersuchungen stimmen überein mit denen von Brynolf (Odontol. Rev., 1967), der berichtete dass nur 7 % der endodontisch behandelten Zähne vollständig ausheilten. In acht der 14 Proben (= 57 %) wurde Füllmaterial über den Apex hinaus gefunden, Diese Überfüllungen verursachten regelmäßig eine entzündliche Antwort. Unsere Beobachtungen bestätigen die von Brynolf (Odontol. Rev., 1967), dass das apikale Hauptforamen selten mit dem röntgenologischen Apex des Zahnes übereinstimmt.

4. Brisman, Brisman and Moses (2001). JADA 132:191-195.:

Zusammenfassung:
1. Ein unauffälliger Zahn, der auf einer periapikalen Röntgenaufnahme normal erscheint, lässt normalerweise den Schluss zu, dass die Wurzelbehandlung erfolgreich war.
2. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass, auch wenn eine periapikale Region röntgenologisch unauffällig ist, unsichtbare Mikroorganismen vorhanden sein können.
3. Zahnärzte sind demnach nicht in der Lage die Sterilität einer Zahnwurzel festzustellen.
4. Deshalb kann durchaus ein unauffälliger endodontisch behandelter Zahn eine chronische Infektion beinhalten.

Ein Fall aus der Praxis

Wurzelbehandlung

Bild 1 zeigt ein Röntgenbild mit perfekt erscheinender Wurzelfüllung

Bild 2 zeigt den Zahn 11 nach der Extraktion: Die Verfärbung stammt

  • von den toxischen Zerfallsprodukten des körpereigenen Eiweisses
  • vom toxischen Hydrogen-Sulfid (H2S, Schwefel-Wasserstoff) des bakteriellen Stoffwechsels

Alle diese Informationen werfen die Frage auf: Werden alle endodontisch behandelten Zähne über einen bestimmten Zeitraum Träger von chronischen Infektionen?

Antwort: Ja!

Frage andersherum formuliert: Ist es möglich, totes Gewebe im Mund unter sterilen Bedingungen zu halten um das Wachstum von Bakterien zu verhindern?

Antwort: Nein!

Mit den Worten eines amerikanischen Zahnarztes: "Ein Wurzelkanal ist wie ein leeres Haus: Egal wie gut man es verschließt, früher oder später werden die Ratten reinkommen."

Frage:

  • Können mikrobielle Belastungen – wie die oben zitierten Bakterien – als chronische Belastungsfaktoren dienen, indem sie zellschädigende Toxine und giftige Stoffwechselprodukte in andere Bereiche des Mundes verbreiten und dadurch Probleme auslösen?
  • Kann die Ausbreitung dieser Bakterien und ihrer Gifte ein mögliches Risiko für diese systemische Gesundheit des Patienten darstellen?

Die Antwort auf diese Frage aufgrund der nachfolgenden zitierten Untersuchungen ist: Ja !

Frage:

  • Kann ein Röntgenbild diese zellschädigenden Toxine zeigen?

Die Antwort auf diese Frage muss sein: Nein !

Schlussfolgerungen:

1. Obwohl aller Wahrscheinlichkeit nach viele wurzelgefüllte Zähne Bakterien beherbergen, könnte sowohl die Anwesenheit der Bakterien im Zahn, als auch die Toxine, die diese Bakterien über ihren Stoffwechsel abgeben, die Gesundheit des Patienten beeinträchtigen.

2. Wenn dies wahr ist, dann wäre es wünschenswert, wurzelgefüllte Zähne nach der Menge der in ihnen enthaltenen Gifte differenzieren und diagnostizieren zu können.

Frage: Gibt es eine Methode zum Nachweis der Zahn-Toxine? Antwort: Ja! Den OroTox Test nach Prof. B.Haley

Mit OroTox kann der Zahnarzt innerhalb von Minuten entscheiden, ob dieser Zahn Toxine abgibt. Bisher fehlte eine wissenschaftliche Nachweismethode, um die verdächtigen Zähne einwandfrei zu identifizieren. OroTox ist dies möglich. Der OroTox Test

  • hilft bei der Entscheidung, ob ein wurzelbehandelter Zahn gezogen werden muss, oder saniert und überkront werden darf; auch beim Fehlen von röntgenologischen Veränderungen,
  • ermöglicht den Patienten, ihre Zähne zu erhalten, ohne Gefahr einer Streuung von Bakterien und derer Gifte im Organismus.
  • OroTox beantwortet die Frage: Geben tote und wurzelbehandelte Zähnen Gifte ab, die Nerven schädigen oder lebenswichtige Enzyme blockieren?
  • OroTox beantwortet die Frage: Befinden sich Bakterien in den Zahnfleischtaschen, die andere Organe schädigen können?

Mit OroTox gewinnen die Zähne eine völlig neue Dimension in der Entwicklung von systemischen Krankheiten und in der Erhaltung der Gesundheit. Zur Wirkung eines wurzelgefüllten Zahnes auf andere Organe siehe Zahnstörfelder.

Der Irrtum der "Wissenschaft"

Seit 1998 ist es wissenschaftlich anerkannt, dass 90 % der oberen Molaren einen vierten Wurzelkanal in der mesio-bukkalen Wurzel haben. Das bedeutet, das bis dahin 90 % der oberen wurzelgefüllten Backenzähne auch bei bester Versorgung und röntgenologischer Kontrolle, als massive bakteriologische und toxikologische Störfelder anzusehen waren: In 90 % der Fälle wurde offensichtlich ein ganzer Kanal nicht richtig desinfiziert und versorgt. Die wissenschaftliche Lehrmeinung in der zahnärztlichen Endodontie entsprach also über Jahrzehnte nicht den biologischen Tatsachen.

Reflektieren wir diese Tatsache unter dem Aspekt bioenergetischer Testmethoden – deren Ergebnisse und Anwendung von schulmedizinischer Seite permanent kritisiert werden – ergibt sich folgendes Bild: Die Repräsentanten der "Zahnärztlichen Wissenschaft" haben bis 1998 - nach heutiger gültiger wissenschaftlicher Aussage – bei 90 % der oberen wurzelgefüllten Molaren eine Fehlaussage getroffen. Diese lautet: "Drei sorgfältig abgefüllte Wurzelkanäle – bei röntgenologischer Kontrolle - sind ein Nachweis dafür, dass keine chronisch bakteriellen und toxischen Belastungen von diesen Zähnen ausgehen".

Autor:

Dr. Johann Lechner

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